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Himmel & Hölle so nah beieinander

August 10th, 2014 | Posted by claudio in Allgemein - (0 Comments)

Was nach drei Runden im freien Training noch als katastrophalen Tag aussah, endete am Abend mit einem grossartigen Renntag. Das Motorrad von GAP, hatte nach nur drei Runden aufwärmen, einen Motorschaden! Enttäuscht und frustriert schiebt er sein Motorrad in die Box und sagt nur: “Pa, de Motor het blockiert!”  Ein Regenschauer voller Enttäuschung, prallte auf uns nieder. Doch dann erschien der “Engel” Yves Maurer! Er beochbachtete die Situation und reagierte schnell. Er schob seine Suzuki RMZ250 in die Box und sagte:” Schnäll schnäll chum, mach de transponder ane und mach wenigstens ei Zytrundi!” Ohne eine gemessene Rundenzeit, ist man nicht berechtigt am Rennen teilzunehmen. GAP setzte sich auf die für ihn noch unbekannte 4-Takt Maschine, drehte eine Runde und kam dann wieder in die Box.” Ich kenne das Bike nicht und will kein Risiko eingehen, dass ich auch Yves’s Bike kaputt mache.” erklärte er sichtlich enttäuscht und stieg wieder ab! Am Ende des Tages aber, zeigte sich, dass genau diese Runde entscheidend war für den weiteren Verlauf des Tages. Im Paddock stellten wir fest, dass der Schaden grösser war und dieser nicht auf dem Rennplatz behoben werden konnte. In der Zwischenzeit kamen einige Fahrer zu uns um sich zu informieren. Sandro Echle, ein super sympathischer Fahrer, schnappte sich GAP und sagte: ” mir findet scho en Töff für Dich!” und die beiden zogen los um eine Ersatzmaschine aufzutreiben. Die Zeit zum ersten Lauf kam immer näher und die Hoffnung schwindete von Minute zu Minute. Doch dann plötzlich ein dröhnender Motorenlärm und Gian-Andrea kam mit einer 250er Honda daher gefahren! Ein ungewohntes Bild – GAP auf einer 250ccm 4-Takt Honda! Urs Eberle, der Fahrwerksspezialist aus der Ostschweiz, bot ihm eine seiner Test Motorräder an! An dieser Stelle, möchten wir uns ganz herzlich bei ihm bedanken! Schnell, machten wir die Maschine klar für das Rennen und schon gings zum Vorstart für den ersten Lauf. GAP war noch ein “Greenhorn” auf 4-Takt Maschinen -  seit 7 Jahre fährt er 2-Takt Motorräder.  Als 24. Fahrer konnte er an den Startbalken und musste jetzt das Beste aus der Situation machen. ” Eine Maschine die ich nicht kenne, dazu ein Fahrwerk, dass nicht auf mich abgestimmt ist, ist schon ein bisschen tricky… ! Sch…ssegal, Hauptsache fahren!”

Gian-Andrea, der am Vortag seinen 16. Geburtstag feierte, zeigte aber Grosses! Sein Start war eher schlecht, er reihte sich als 24. ins Rennen ein. Doch ab dann gings richtig zur Sache. Mit einem enormen Drang nach vorne und sichtlicher Freude am fahren, bewies GAP, dass vieles im Kopf stattfindet. Er fuhr das Bike, als wäre es schon immer seins gewesen. Runde um Runde fuhr er Rang um Rang nach vorne und beendete den ersten Lauf auf den sensationellen 5. Rang! Im zweiten Lauf war sein Start etwas besser aber auch nicht wirklich gut. Am Ende fuhr GAP auf den 9. Rang. Im dritten und letzten Lauf, sah es am Start kurzzeitig sogar so aus, als würde er einen Holeshot machen. ” Ich bin ein bisschen zu früh vom Gas weg und schon schossen die 450ccm Maschinen vor mir rein und dabei wurde ich abgeklemmt!” erklärt GAP. Wie bereits im ersten beiden Läufen, musste er das Feld von hinten aufrollen. GAP zeigte wieder eine spannende Aufholjagt mit vielen harten Zweikämpfen. Und als er in der letzten Runde sich der Fahrer vor ihm noch schnappte, war der Tag perfekt! Mit einem 5. – 9.  und 6. Rang, erreichte Gian-Andrea den 5. Gesamtrang des Tages! Eine grossartige Tagesleistung in einer schon fast hoffnungslosen Situation.” Ja das hat Spass gemacht mit dem Viertakt zu fahren. Die Starts sind mir heute nicht so gut gelungen. Ich musste viel Zeit in die Aufholjagd investieren. Heute habe ich weniger Fehler gemacht und der Speed war auch ok. Mit den eingefahrenen Rängen bin ich auch zufrieden, wenn man denkt wie es nach den ersten drei Runden ausgesehen hat. Nochmals herzlichen Dank an alle Fahrerkollegen,  die sich für mich eingesetzt haben, dass ich doch noch das Rennen fahren konnte. Ebenso einen herzlichen Dank an Urs Eberle aus Wittenbach/SG,  für das zur Verfügung gestellte Motorrad!” schilderte GAP  am Schluss. Es sind nicht die Ränge und Platzierungen die einem später in Erinnerung bleiben. Es sind Momente wie diese, die zeigen wie toll es ist, von guten Menschen umgeben zu sein!

Mit einem soliden 9. Platz im Zeittraining ging Gian-Andrea ans Startgatter zum ersten Lauf. GAP zeigt eine sehr gute Reaktion als der Balken fiel, machte dann aber einen kleinen Fehler und schon war die Musik weg. Als 19. reihte er sich ins Rennen ein und zeigte von Anfang an, grossen Einsatz der ihn zum Schluss mit einem 10. Rang belohnte. Im zweiten Lauf startete er sehr gut und konnte als 9.  das Rennen aufnehmen. Wie im ersten Lauf, kämpfte er auch im zweiten Lauf sehr stark und für kurzweilig 5 Ränge nach vorne, zum Schluss beendete er das Rennen auf den 6. Rang . ” Ich freue mich über den gesamt  7. Tagesrang aber ganz zufrieden  bin ich nicht mit meiner Leistung. Mit meinem Speed war ich zufrieden und wenn ich weniger kleine Fehler mache, dann wird es noch besser. Ich freue mich auf das nächste Rennen am kommenden Wochenende in Hugelshofen/TG”

Nachdem es die ganze Woche immer wieder geregnet hat, waren wir auf ein Schlammrennen eingestellt. Doch zur Überraschung von allen Fahrern, trocknete die Piste von Lauf zu Lauf immer mehr ab und die Piste wurde zur Creme in Obernheim. Im Zeittraining waren die Boden Bedingungen noch sehr schwierig, eine klebrige Erdmasse, verwandelte das Bike innert wenigen Metern zu einem schlammbelegtes und fast unkontrollierbares Gefährt. GAP stürzte im Training und wurde unter seinem Motorrad eingeklemmt. Er konnte sich nicht mehr selber befreien und bis jemand zur Hilfe kam, war die Trainingszeit fast abgelaufen. Mit einem 16. Startplatz gings zum ersten Lauf. “Ich hatte in beiden Rennen einen mittelmässigen Start und konnte mich jeweils als 14. Fahrer ins Rennen eingliedern! Wieder dauerte es zu lange bis ich mein Rythmus fand, doch ab dem Moment konnte ich richtig zu fahren und zum Schluss ein gutes Resultat nach Hause bringen. Mit einem 5. Rang im ersten Lauf und einem 6. Rang im zweiten, bin ich grundsätzlich zufrieden. Mein Speed jedoch stimmt noch nicht, daran muss ich hart arbeiten.!” erklärte Gian-Andrea nach dem Rennen.

 

Ederswiler ist bekannt für sein steinharter Boden. Ein Zuschauer meinte:” bi ois isches entweder furz trochä und staubig, oder rutschig und schlammig, was häsch lieber?!” – Tja beides sind nicht unbedingt die Pistenverhältnisse, die sich ein Motocrossfahrer wünscht. Am Samstag war der Staub ein grosser Faktor, zeitweise war die Sicht so schlecht, dass man kaum 3 Meter weit sehen konnte. Es gab Stellen auf der Strecke, da sprangen die Fahrer in eine Staubwolke und mussten hoffen, das niemand am Boden lag. Als einziger Fahrer mit einer 125ccm Maschine, trat Gian-Andrea am Samstag gegen die 250er und 450er Maschinen an. Leistungsmässig waren wir den grossen Motoren unterlegen, aber Leistung alleine ist nicht immer alles. Im Zeittraining konnte sich GAP auf den 9. Platz qualifizieren, was für sein erster Auftritt in der neuen Klasse ganz gut war. In den ersten beiden Läufen startete GAP nicht gut. Klar dass man am Start, mit weniger Leistung, praktisch keine Chance hat um weit vorne mit dabei zu sein. In beiden Läufen kam er als 23. Fahrer um die erste Kurve und dann hiess es attackieren. Im ersten Lauf fuhr er auf den 13. Rang im zweiten reichte es für den 12. Platz. Im dritten und letzten Lauf, änderten wir die Startstrategie und es kam besser. Gian-Andrea erwischte einen besseren Start und reihte sich auf den 9. Platz ein. Er fuhr von Anfang agressiver und zeigte eine gute Leistung. Mit dem 7. Schlussrang konnten wir fürs erste zufrieden sein. “Mit dem Speed bin ich nicht ganz zufrieden, da liegt noch mehr drin!” meinte GAP nach dem letzten Lauf. “Der Staub erlaubte es einfach nicht völlig frei zu fahren, Du musstest immer damit rechnen, das einer irgendwo in einer Staubwolke liegt und das hemmte mich. ergänzte GAP. Mit dem 8. Tagesrang waren wir aber zufrieden und freuen uns bereits auf den nächsten Test in Obernheim.